Warum ist Pop-Musik so langweilig?

Diese Frage stelle ich mir eigentlich fast jeden Tag. Die Antworten darauf sind vielzählig und nur Ansatzweise aufzuzählen, aber ich versuche es mal:

Die Masse:

Pop-Musik ist so konzipiert, dass sie von der Masse als gut empfunden wird. Hier bewegen wir uns auf so sehr schwammigen Eis; so schwammig dass mir fast schlecht wird. Hier könnte man eine parallele zu der Sozialisation bilden. Denn was die Masse nicht kennt, empfindet sie erst mal als merkürdig und kann es nicht richtig zuordnen.  Aber sie kann es selten als gut empfinden.

Da wir uns in einer Konsumgemeinschaft befinden, in der leichte Kost gefragt ist, werden also neuartige Dinge fast völlig verdrängt und somit bleibt das über, was  in den Charts landet.


Die Charts:

Die Charts verbildlichen den Zwang, besser zu sein als jemand anderes. Genau dieser Gedanke ist gerade in der Musik einfach nur kontraproduktiv. Es gibt immer jemanden der besser in irgendwas ist, aber warum ist der Gedanke denn so abwegig, anders zu sein?

Vor allem ist es zur Zeit leider nicht so, dass die Charts das repräsentieren, was die Masse hört sondern lediglich den Personenkreis abbildet, die so drauf sind, dass sie sich gleich die „Singles“ von einem Künstler kaufen, sobald dieser irgendwas neues draußen hat. Dazu kommt noch, dass sich viele Leute  einfach keine Cds leisten können oder sich keine Singles kaufen wollen, da dort das Preis-Leistungs Verhältniss eher bescheiden ist. Statt dessen greifen unzählige Kunden der Musikindustrie zu ganzen Alben, sind dann aber enttäuscht, weil die Single zwar ganz nett ist, der Rest des Albums aber Schrott und beschließen sich keine Alben mehr zu kaufen.

Es geht bei den Charts lediglich um die Verkaufszahlen der Singles;  warum dies als Maßstab des Erfolgs eines Musikers gesehen wird ist mir wirklich ein Rätsel. Es kann sogar sein, dass sich zigtausend Leute die Single kaufen, diese aber nach einen mal hören vergammelt lassen, weil sie diese als langweilig empfinden. Diese Personen hören dann also ihre  guten alten Songs, die in keiner Statistik auftauchen.  In der modernen Musikwirtschaft ist das eigentlich nichts anderes als in der moderenen Marktwirtschaft, wo nach kurzfristigen Gewinnen gestrebt wird, und genau da sind wir auch schon bei dem nächsten und wichtigsten Punkt…

Das Geld:

Profitgier wird in den Charts groß geschrieben. Es werden nicht Künstler gefördert die auf lange Sicht gesehen einen kontinuierlich geringen Gewinn erziehlen, sondern eher Künstler die jetzt gerade Hip sind und diese werden dann förmlich verheizt. Das puschen des modernen Künstlers ziehlt nicht auf das Wohlergehen von gerade diesem ab, sondern beschränkt sich auf den Moment an dem er am meisten Gewinn erziehlt. Die Motivationsarbeiten sind so ausgerichtet, dass erfolgreiche Künstler immer das Beste geben. Falls die Charterfolge ausbleiben wird erst noch eine Frist gesetzt, die einen noch höheren Druck ausübt, bis der Künstler diesen Normen nicht mehr entsprechen kann und resigniert.. oder zum Superstar wird; zumindestens für kurze Zeit. Was danach kommt kann man sich eigentlich schon vorstellen.

Charakter:

Ein Künstler sollte eigentlich Charakter haben, sonst wäre er ja kein Künstler, sondern ein Massenprodukt. Da zur Zeit ja ach so tolle Castingshows voll im Kommen sind, werden die Leute raus gesucht die gut aussehen oder für aufsehen sorgen. Das Erfolgsversprechende muss sich dabei nicht zwingend  in musikalischen Können manifestieren. Es kann auch einfach ein Stempel sein, der mal in einer bekloppten Show raus gekommen ist wie z.B. die Frau die außergewöhnlich tanzt, der Typ mit der verrückten Frisur oder die unglaublich schüchterne Person, bei der mehr raus kommt, als man erst mal denkt. Die musikalischen Fähigkeiten geraten hierbei viel zu oft in den Hintergrund. Zwar wird schon darauf geachtet, dass die Personen nicht so schief singen wie der Turm von Pisa, aber die Charakterstärke bleibt leider eher auf der Strecke.

Hauptsache Formbar!

Melodie:

Fast alle Pop-Songs sind in A-Moll oder C-Dur. Das hat zwei enorme Vorteile:

1. Diese Tonleitern wurden schon sehr oft verwendet und somit sehr eingängig und absolut Massentauglich.

2. Diese Tonarten sind auf dem Klavier (oder vielmehr Midi-Keyboard) am einfachsten zu handhaben. Es genügt einfach irgendwas auf den weißen Tasten zu klimpern und schon paßt es. Schiefe Töne werden somit vermieden und jeder Depp kann dazu „Meldodien“ entwickeln oder per Zufall klimpern.

Zu diesen Deppen gehören leider auch die Leute die ihr Geld mit Musik verdienen. Ich will keinesfalls die Tonarten C-Dur und A-Moll verfluchen (denn ich mag diese in einigen Situationen sehr gerne), allerdings empfinde ich es als dreißt, was aus diesen Tonarten gequetscht wird, bzw. wie oft die gleichen Melodien immer und immer und immer wieder kommen. Es ist wie ein Ohrwurm, den ich bereits vor 15 Jahren hatte und der mich solangsam echt anfängt zu nerven.

Ein Gedanke zu „Warum ist Pop-Musik so langweilig?“

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