Nahbesprechungseffekt / Abstand zum Mikro

Der Abstand des Mikrofons nimmt einen sehr großen Einfluss auf den Klang der Aufnahme. Ich werde dies mal kurz an einem Beispiel erläutern.
Der Einfachheit halber werde ich im Folgenden immer von der Stimme sprechen,; die Sachen sind allerdings auf alle anderen Schallquellen übertragbar.

Je näher vor dem Mikro gesprochen wird, desto weniger Raumanteil ist auf der Aufnahme. Das liegt daran, dass die Schallreflektionen von der Wand  im Vergleich zur Sprache immer leiser werden. Hat man also einen Raum der nicht sooo gut klingt, ist es deshalb eine gute Idee dicht ans Mikro zu gehen. Will man jedoch eine Aufnahme erstellen, bei der der fantastisch klingende Raum (oder ein sehr spezieller Raum) auf der Aufnahme hörbar sein soll, so sollte man ein bisschen vom Mikro weg gehen.

Dann gibt es noch den Nahbesprechungseffekt. Je näher man ans Mikro geht, desto stärker ausgeprägt wird der Bassbereiches (also die tiefen Frequenzen). Dies kann schon mal unnatürlich klingen, jedoch kann man hiermit auch tolle Effekte erziehen (wie z.B. den Eindruck von Nähe vermitteln oder eine zu dünne Stimme etwas verbässern).*

Sollte es in der Umgebung laut sein, ist es fast schon zwingend erforderlich nah ans Mikro zu gehen (natürlich gibt es auch hier wieder Ausnahmen, wenn man Beispielsweise ein Hörspiel machen möchte, bei dem die Fabrikgeräusche mit drauf sollen).

Hier noch ein paar Klangbeispiele wie das denn nun klingt:


Sehr Weit weg…(ca. 2 Meter)


Immer noch weit von Mikro (ca. 1 Meter)


Nah (ca. 25 cm)


Sehr Nah (ca. 10 cm)


Viel Spaß beim experimentieren und rum hüpfen!

* Der Nahbesprechungseffekt gilt nur für Druckgradienten Mikrofone, in denen eine Membran eingebaut ist, um die Schallwellen in elektrische Spannungen umzuwandeln. Da fast alle Mikrofone so aufgebaut sind (Dynamische- und Kondensator-Mikrofone) , gilt dies bei fast allen Mikrofonen 🙂
Weiterführender Link:

Wiki zu Druckgradientenmikrofonen

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