Dropped-D Tuning. Geht`s noch tiefer?

Beim Dropped D-Tuning wird die tiefe E-Saite einer Gitarre oder eines Basses einen Ganztonschritt auf D runter gestimmt. Mehr nicht. Dadurch kann man sehr leicht einen Powerchord greifen und hat halt noch 2 tiefere Töne  (D und Dis). Einige Leute versuchen allerdings die komplette Besaitung einen Ganztonschritt runter zu stimmen, um besser greifen zu können oder weil es noch düsterer wird. Dann gibt es auch noch Spezialisten, die ihre E-Saite auf C runter Stimmen. Von diesen Methode kann ich nur abraten und zwar aus folgenden Gründen:

Wenn irgendwer seine Gitarre konsequent runter stimmt (also alle Seiten!), wird die Eigenresonanzfrequenz des Systems „Gitarre“ so beeinflusst, wie es eigentlich vom Gitarrenbauer nicht geplant war. Die Grundfrequenzen des Instruments werden verschoben und die Obertöne kommen nicht mehr in voller Pracht zur Geltung. Der Sustain ist viel kürzer und die Gitarre klingt stumpf. Dies kann ja vielleicht sogar gewollt sein….

Die Saiten wabbeln und schwabbeln vor sich hin und die schwingenden Metallfäden scheppern an den Bünden.  Mindestens 30 Jahre Materialforschung der Gittarensaiten Hersteller völlig umsonst!!

Dazu kommt noch die Halskrümmung, die sich durch diesen Eingriff radikal ändert. Die Saiten zieht an dem Hals. Ist die komplette Spannung der Seiten geringer biegt sich der Hals nach hinten und die leichtere Spielweise wird mit einem schönen Schnarren der Saiten quitiert, obwohl man ja sauber greift.

Ist man Besitzer einer E-Gitarre oder Westerngitarre kann man die Gegenspannung des Halses nachjustieren. Hiervon wird immer abgeraten, da durch solche justier Aktionen schon mal der Hals der Gitarre brechen kann.  Ich rate ebenfalls davon ab, wenn man nicht ganz genau weiß was man tut und gebe aus diesem Grund auch keine Anleitung dazu raus.

Nehmen wir mal an, dass eine Person die ersten 3 Seiten 2 Ganztonschritte runter stimmt (also auf  C statt E, F statt A und Ais statt D). Dadurch wird die Zuglast des Halses völlig auf den Kopf gestellt und der Hals kann sich verdrehen. Ja gibts denn so was? Ja, so etwas sieht man hin und wieder auf dem Flohmarkt, wenn eine Gitarre 10 Jahre ungestimmt auf dem Dachboden lag. Aber das ist schon wieder ein anderes Thema….

Tut euch selbst den gefallen und stimmt die Gitarre nicht komplett runter. Als Anfänger gewöhnt man sich eigentlich relativ schnell an den festen Zug der Saiten. Außerdem bildet sich auf den Fingerkuppen recht flott (ca. 1-2 Wochen bei täglichem Spielen). Falls es gar nichts werden will, kann man immer noch einen dünneren Satz Saiten kaufen.

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